Feminismus und Rapmusik – Geht das?

Frauen sexualisierend, objektifizierend und degradierend. Kurz gesagt: Frauenfeindlich.

Das ist Rapmusik. Oder zumindest das, was in vielen Köpfen hängen bleibt und auf welcher Basis Meinungen entstehen. Doch stimmt das überhaupt?

So wie die meisten Musikrichtungen hat Rapmusik eine lange Entwicklungsgeschichte und verändert sich auch jetzt noch stetig. Frauenfeindlichkeit ist ein großer Teil dieser Geschichte und immer noch in sehr vielen Texten und Videos wiederzufinden. Ein ebenfalls großer Faktor, welcher die Rap-Industrie bisher begleitet, ist, dass hier eine Männerdomäne herrscht. Es sind äußerst wenige weibliche Interpreten vertreten, und noch weniger weibliche Producer. Hier muss erwähnt werden, das Frauen prinzipiell nie ausgeschlossen waren, doch ihr Weg zum Erfolg ist in dieser Branche um einiges schwerer, als der für Männer.

Gerade in den Musikvideos wird deutlich, dass Frauen wie ein Accessoire betrachtet werden. Der Fokus liegt auf den Körpern, häufig ist das Gesicht der abgebildeten Frau nicht ein mal zu sehen. Auch die ethnische Vielfältigkeit ist sehr eingeschränkt und zeigt vermehrt europäische Einflüsse. Gewalt und körperliche Übergriffigkeit sind kein Einzelfall in der Darstellung der Frau als unterwürfiges Objekt.

Männer haben eine größere Diversität präsent, besonders in der Ethnie. Ihre Darstellung erfolgt meist als Aufreißer, begehrenswert und gewalttätig, letzteres als positive Eigenschaft verpackt.

Wie sieht dann die Darstellung von Rapperinnen und deren Musikvideos aus?

Auch hier wird noch mit Frauenfeindlichkeit gekämpft. Die Darstellung in den, überwiegend von Männern produzierten, Videos ist weiterhin sehr sexuell. Wenige Lieder, welche sich klar gegen solche Repräsentation aussprechen werden überhaupt produziert. Somit enthalten auch die von Frauen „gesungenen“ Texte häufig frauenfeindliche Inhalte, was sich ebenfalls in den Musikvideos widerspiegelt.

Ein neuerer Trend ist es, sich diese Darstellung zu Nutze zu machen und in einen Kontext des „female empowerment“ zu setzen. So warf beispielsweise das Lied „WAP“ von Cardi B und Megan Thee Stallion Schlagzeilen. Zu einem provokativen Text, gibt es ein ebenso provokatives Video, welches auf Sexualisierung zurückgreift. Die „Nachricht“ in diesem Lied jedoch greift Sexualität und Selbstbestimmung auf und spricht sich, gegensätzlich zum Bild der objektifizierten Frau, aus.

Gänzlich neu ist Rap, welcher sich für weibliche Selbstbestimmung und Gleichberechtigung einsetzt, jedoch nicht. Bereits in den 1990er Jahren gab es Rapperinnen, die Themen wie Belästigung und häusliche Gewalt aufgriffen. Ein besonders nennenswertes Beispiel ist ein Lied aus dem Jahre 1993 von Queen Latifah.

Frauen sexualisierend, objektifizierend und degradierend. Kurz gesagt: Frauenfeindlich.

Das ist Rapmusik. Oder zumindest das, was in vielen Köpfen hängen bleibt und auf welcher Basis Meinungen entstehen. Doch stimmt das überhaupt?

So wie die meisten Musikrichtungen hat Rapmusik eine lange Entwicklungsgeschichte und verändert sich auch jetzt noch stetig. Frauenfeindlichkeit ist ein großer Teil dieser Geschichte und immer noch in sehr vielen Texten und Videos wiederzufinden. Ein ebenfalls großer Faktor, welcher die Rap-Industrie bisher begleitet, ist, dass hier eine Männerdomäne herrscht. Es sind äußerst wenige weibliche Interpreten vertreten, und noch weniger weibliche Producer. Hier muss erwähnt werden, das Frauen prinzipiell nie ausgeschlossen waren, doch ihr Weg zum Erfolg ist in dieser Branche um einiges schwerer, als der für Männer.

Gerade in den Musikvideos wird deutlich, dass Frauen wie ein Accessoire betrachtet werden. Der Fokus liegt auf den Körpern, häufig ist das Gesicht der abgebildeten Frau nicht ein mal zu sehen. Auch die ethnische Vielfältigkeit ist sehr eingeschränkt und zeigt vermehrt europäische Einflüsse. Gewalt und körperliche Übergriffigkeit sind kein Einzelfall in der Darstellung der Frau als unterwürfiges Objekt.

Männer haben eine größere Diversität präsent, besonders in der Ethnie. Ihre Darstellung erfolgt meist als Aufreißer, begehrenswert und gewalttätig, letzteres als positive Eigenschaft verpackt.

Wie sieht dann die Darstellung von Rapperinnen und deren Musikvideos aus?

Auch hier wird noch mit Frauenfeindlichkeit gekämpft. Die Darstellung in den, überwiegend von Männern produzierten, Videos ist weiterhin sehr sexuell. Wenige Lieder, welche sich klar gegen solche Repräsentation aussprechen werden überhaupt produziert. Somit enthalten auch die von Frauen „gesungenen“ Texte häufig frauenfeindliche Inhalte, was sich ebenfalls in den Musikvideos widerspiegelt.

Ein neuerer Trend ist es, sich diese Darstellung zu Nutze zu machen und in einen Kontext des „female empowerment“ zu setzen. So warf beispielsweise das Lied „WAP“ von Cardi B und Megan Thee Stallion Schlagzeilen. Zu einem provokativen Text, gibt es ein ebenso provokatives Video, welches auf Sexualisierung zurückgreift. Die „Nachricht“ in diesem Lied jedoch greift Sexualität und Selbstbestimmung auf und spricht sich, gegensätzlich zum Bild der objektifizierten Frau, aus.

Gänzlich neu ist Rap, welcher sich für weibliche Selbstbestimmung und Gleichberechtigung einsetzt, jedoch nicht. Bereits in den 1990er Jahren gab es Rapperinnen, die Themen wie Belästigung und häusliche Gewalt aufgriffen. Ein besonders nennenswertes Beispiel ist ein Lied aus dem Jahre 1993 von Queen Latifah.

Inhaltlich rappt sie im Lied „U.N.I.T.Y.“ über die eben genannten Themen, Belästigung und häuslicher Gewalt, sowie über Degradierung von Frauen durch „namecalling“[1]. Aber auch das zugehörige Musikvideo ist nicht zu missachten. Gegensätzlich zu Cardi B und weiteren neueren Rapperinnen, ist das Video nicht sexualisiert und zeigt nachgestellte Szenen der erwähnten Themen.

Lieder wie diese zeigen, dass auch in der Rapmusik und der Rap-Szene, sowohl ein Platz für Frauen ist, als auch die Grundzüge des Feminismus damit vereinbar sind.



[1] „Namecalling“ beschreibt den Prozess jemanden mit beleidigenden und niedermachenden Begriffen zu nennen, und kann damit auch eine Machtposition ausüben.