Diversity im Film – ein komödiantisches Zweckmittel?

Der schwule Sidekick, der immer genau dann auftaucht, wenn etwas Lustiges gesagt werden soll und dabei noch jegliche Stereotypen mitnimmt. Wer kennt es nicht?

LGBTQ+ Charaktere in Film und Fernsehen kommen schon seit vielen Jahren vor. Vertreten sind hier hauptsächlich schwule oder lesbische Charaktere als witzige Nebenfiguren. Es ist zwar schön, dass mal eine Figur nicht der heterosexuellen Norm angehört, ausreichen tut das allerdings nicht. Und repräsentativ ist es auch nicht gerade. Dennoch muss gesagt werden, dass es ein Schritt in die richtige Richtung war und wir uns heutzutage daran erfreuen können, mehr Diversität in den Medien zu finden. Seit ein paar Jahren gibt es nun viel mehr Produktionen die nicht nur LGBTQ+ integrieren, sondern diese auch in den Hauptfokus legen.

„Tales of the City“, „Sex Education“, „The Umbrella Academy“. Diese und einige Weitere bringen mehr diverse Charaktere in ihren Geschichten ein und geben diesen grundlegend wichtige Rollen. Auch Drag findet mehr und mehr Repräsentation und besonders auch Akzeptanz.

Einen bitteren Beigeschmack gibt es dennoch: viele dieser Produktionen sind Komödien, insbesondere wenn es um Drag geht. Das kann den Eindruck vermitteln, dass dies nicht ernst genommen wird und Produktionsfirmen sich die Inklusion nur zu Nutze machen.

Nicht nur im Film ist Diversität ein problematisches Thema. Schauspieler/innen können einen „backlash“ erleben, wenn sie eine entsprechende Rolle übernehmen und darüber starke Kritik gegen sie selbst als Person erhalten. Für jene Darsteller/innen, die sich selbst der LGBTQ+ Community angehörig fühlen, kann ein „coming out“ verschiedenste Reaktionen auslösen. Neben Positivem wie Unterstützung durch Kollegen und Kolleginnen, sowie Fans, gibt es auch schwerwiegende Probleme, wie die Absage von Rollen und damit Job-Verluste bis hin zu Drohungen. Hier zeigen sich die Tendenzen in der Filmindustrie zur Heteronormativität noch deutlich. Das Thema Diversität soll eingebracht werden und Offenheit zeigen, jedoch werden öffentlich geoutete Darsteller und Darstellerinnen äußerst selten gecastet.

Trotz aller Schwierigkeiten, erleben wir auch hier mehr und mehr „coming outs“ und können gespannt sein, wie der weitere Weg der Filmindustrie und der Umgang mit Diversität sich entwickelt.