Auch Frauen können sexistisch sein

Der Begriff Sexismus beschreibt Diskriminierung, Benachteiligung und Abwertung einer Person auf Grund ihres Geschlechtes. Er kann unterschiedlich betrachtet werden, so auch als Verhaltensmuster oder als Grundlage für Handlungen und Entscheidungen.
In diesem Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung sind dieser und weitere Begriffe nochmals eingehend erläutert.

Sexismus wird häufig nur Männern vorgeworfen, allerdings können Frauen genauso sexistisch sein. Dies kann in verschiedenen Formen vorkommen. Neben Sexismus gegenüber Männern ist eine weitere Form Sexismus von Frauen gegen Frauen. Was erstmal seltsam klingt, ist jedoch gar nicht so selten. Daher möchten ich in diesem Beitrag ein paar Aspekte davon beleuchten. Besonders hervor stachen hier zwei Ausprägungen:

Women Against Feminism – Eine Gegenbewegung zum Feminismus.
Argumente welche von den Verfechterinnen hier genutzt werden sind beispielsweise, dass bereits eine Gleichberechtigung der Geschlechter besteht oder Unterschiede zwischen den Geschlechtern eher noch gefördert werden sollten. Auch ein häufig vorkommendes Argument ist, dass Feministinnen Männer hassen würden. Hier wird sich dann damit von differenziert, dass sie Männer lieben und ebenfalls von diesen geliebt werden und einen respektvollen Umgang erleben. [1]

„I DON’T NEED FEMINISM BECAUSE I AM NOT A DELUSIONAL, DISGUSTING, HYPOCRITICAL MAN-HATER! I RESPECT MEN AND THEY RESPECT ME!“

Oct 14. 2014 / 392 Notes [1]

Sie schreiben dem Feminismus fälschlicherweise einen Männer-Hass zu und unterstützen damit den Sexismus. Es ist natürlich anzumerken, dass auch dies existiert und nicht gänzlich vom Feminismus weg zu weisen ist. Wichtig ist jedoch sich bewusst zu werden, dass in jeder Bewegung, so auch dem Feminismus und der Gegenbewegung, radikalere Formen auftreten. Dies sind dann jene Formen, die neue Bewegungen und Gegenbewegungen in Gang bringen.
Auch das Argument der Gleichberechtigung, welche laut Verfechtern entweder in den Vordergrund gerückt werden sollte, wofür der Feminismus unter anderem auch steht, oder das diese Gleichberechtigung bereits existiert ist schwierig zu bewerten. Beides ist weder falsch noch richtig, denn es spielen hier auch Faktoren wie die Ethnie, Religion oder auch der familiäre Status noch große Rollen. So kann für Teile der angesprochenen Gruppe dieses Argument mehr erfüllt sein, als für Andere.

„Ich bin lieber unter Männern. Frauen sind mir zu anstrengend“

Ein Satz der im ersten Moment gar nicht so dramatisch erscheint, hinter dem tatsächlich jedoch wesentlich mehr steckt. Wenn auch nicht bewusst, soll mit dieser Aussage bezweckt werden leichter von den, meist männlichen, Kollegen oder Freunden akzeptiert zu werden. Ein Teil davon ist, dass sich die Frauen von Klischees über Frauen differenzieren und selbst abwertend eben diese „abgelegten“ Klischees gegenüber Anderen nutzen.
Frauen als das „anstrengende“ oder „nervigere“ Geschlecht darzustellen ist jedoch eine sexistische, und sogar frauenfeindliche, Aussage. Vorurteile werden so nur bestärkt, da dies zeigt das „bereits Frauen von Frauen genervt sind“.

[1] Christiansen, A. P. L. & Høyer, O. I. (2015). Women against feminism: Exploring discursive measures and implications of anti-feminist discourse. Globe: A Journal of Language, Culture and Communication, 2, 70–90