K.O.-Tropfen: Einfach – Schnell – Gefährlich!

Obwohl K.O.-Tropfen eine allgemein bekannte Bezeichnung ist, fasst diese jedoch nur verschiedenste Wirkstoffe unter einem Begriff zusammen. Eines, der mittlerweile meist bekannten und gebräuchlichen Mittel, ist zudem noch sehr einfach zu erwerben. Die Substanz GHB/GBL ist sogar online erhältlich und dazu teils auch ohne Identitätsnachweis. Als ein Mittel zur Behandlung von Narkolepsie gedacht, ist neben der gewünschten sedativen Wirkung eine anfängliche Euphorie zu vermerken. Daher wird es gern als Partydroge genutzt. Aber nicht nur dafür! Durch die schnelle Wirkung und einer kurzen Nachweisbarkeitsspanne wird es als K.O.-Tropfen missbraucht. Hinzu kommt, dass es dank der Geruchs- und Farblosigkeit nicht erkennbar ist. Es macht Opfer innerhalb kürzester Zeit wehrlos und sie weisen meist Erinnerungslücken im Nachhinein auf. Dabei ist das heimliche untermischen nicht nur strafbar, sondern auch unglaublich gefährlich. Wenige Tropfen des Mittels reichen bereits aus um eine Person zu betäuben, wenige mehr und die Person kann sterben.

„Wie viele Fälle mit K.O.-Tropfen gibt es eigentlich?“

Keine Statistik kann genaue Angaben treffen. Eine Ursache dafür ist, dass die Betroffenen häufig den Vorfall gar nicht oder einfach viel zu spät melden. Somit ist leider nur eine hohe Dunkelziffer zu vermuten.

Der Senat von Berlin hat auf eine Anfrage zum Thema Liquid Ecstasy und K.O.-Tropfen eine Statistik herausgegeben. Dort wird jedoch explizit angemerkt, dass keine ausschlaggebende Aussage zu „K.O.-Tropfen-Taten“ getroffen werden kann. Die Statistik drückt lediglich aus, dass bestimmte Wirkstoffe in den entsprechenden Fällen genannt wurden, aber nicht ob diese zum Einsatz kamen.[1]

„Wie erkenne ich, wenn K.O.-Tropfen im Spiel sind?“

Leider gibt es kaum zuverlässige Erkennungsmerkmale und viele Symptome sind leicht mit den Wirkungen von Alkoholkonsum zu verwechseln. Besonders auffällig jedoch ist die Plötzlichkeit von Verhaltensänderungen. Dazu gehören, dass die betroffene Person schlagartig müde wird oder völlig neben sich steht. Zudem sollte bei Beschwerden zu beeinträchtigtem Sehen oder wenn die Gesprächs- und Bewegungsfähigkeit rapide abnimmt, der unfreiwillige Konsum in Betracht gezogen werden.

„Was tun, wenn genau diese Symptome auftreten?

Zu den ersten Schritten zählt es, sich aus der Gefahrensituation zu entfernen. Am besten mit Hilfe von engen Vertrauten oder offiziellen Stellen und wenn möglich das Getränk zu entsorgen. Da sich das Mittel nicht lange nachweisen lässt, sollte direkt ein Arzt oder das Krankenhaus aufgesucht werden um mit Hilfe eines Tests Klarheit zu schaffen.

„Wie kann ich verhindern, dass mir oder Anderen etwas ins Glas gekippt wird?“

Um zu vermeiden, dass es überhaupt soweit kommt, gibt es ein paar einfache Dinge die du beachten kannst:

  • Lasse niemals dein Getränk unbeaufsichtigt und verschließe es wenn du kannst.
  • Sieht das Getränk anders aus als zuvor (z.B.: milchig oder sprudelt stärker) schütte es weg.
  • Nimm nur Getränke an, deren Weg du vom Ausschank aus gesehen hast.

Und im Zweifel gilt immer: WEG DAMIT!

[1] Liquid Ecstasy und K.O.-Tropfen II. (2019). https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/s18-17714.pdf